Die Einteilung in „Krankheitsbilder“ ist ein problematisches Unterfangen, denn jede Diagnose wirkt wie eine „Verschreibung“: Mit jedem Etikett, das der „Patient“ (lat.: der Leidende) so aufgedrückt bekommt, weiß er, was für Symptome er sein Eigen nennen darf. Noch schlimmer ist es, wenn jemand beginnt, sich über seine Diagnose zu definieren („Ich bin ein Depressiver“, „Ich bin Psychotiker“, etc.). Dies wirkt wie eine Problemhypnose, indem sich der Mensch auf seine Defizite fokussiert, anstatt auf seine Stärken und Fähigkeiten zu schauen. Außerdem gibt eine Diagnose noch keinerlei Aufschluss über Genese und Hintergrund einer seelischen Störung. Dabei ist dies das eigentlich Entscheidende bei einer psychotherapeutischen Behandlung, egal, wie man die Problematik benennt. Hinzu kommt, dass psychologische Diagnosen nicht objektiv messbar sind; sie sind vielmehr rein subjektive Beurteilung von mehr oder minder kompetenten Fachleuten. Manche Patienten bekommen bei gleicher Symptomatik von jedem Arzt eine andere Diagnose gestellt. All dies ist ein Relikt von früher, als nur Ärzte „heilen“ durften, die natürlich ein medizinisches Bild von Krankheiten haben. Eine „Krankheit“ ist definierbar als ein unnatürlicher Zustand, wo entweder etwas kaputt ist (z.B. ein Knochenbruch), wo zuviel von etwas da ist (etwa ein Tumor) oder zuwenig (z.B. eine Mangelerscheinung). Heilung erfolgt demnach durch Techniken wie Reparieren (z.B. Schienen eines Bruches), Wegnehmen (z.B. Wegschneiden eines Tumors) oder Hinzufügen (etwa eines Medikamentes). Im Rahmen der Schulmedizin ist diese Sichtweise sinnvoll. Psychologisch betrachtet sind aber die meisten Störungen, mit der ein Mensch eine psychotherapeutische Praxis aufsucht, keine Krankheiten, sondern Probleme, die durch komplexe seelische Entwicklungen entstanden sind, und aus denen er nicht mehr alleine herausfindet. Medikamente dämpfen hier also lediglich die Symptomatik, heilen aber nicht. An dieser Stelle soll ein wenig über die psychologischen Hintergründe diverser Störungsbilder aufgeklärt werden. Dabei sollen zentrale Irrtümer und Klischées benannt werden, um die einzelnen Problematiken besser zu verstehen.

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© Andreas Steiner 2007