Hier finden Sie häufig gestellte Fragen über die formalen Voraussetzungen, Durchführung und die Bedingungen für Psychotherapie in meiner Praxis.

Zahlt meine Krankenkasse die Psychotherapie?

Grundsätzlich ja. Diese Psychotherapeutische Praxis hat eine Kassenzulassung, das heißt, dass die Behandlung von allen gesetzlichen Krankenkassen und fast allen privaten Krankenversicherungen übernommen wird.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein?

Jedes neue Quartal ist es erforderlich, dass Sie Ihre gültige Krankenkassenkarte vorlegen. Außerdem wird für jedes Quartal eine ärztliche Überweisung zur Psychotherapie benötigt. Andernfalls muss die gesetzliche Praxisgebühr in Höhe von 10,00 € in dieser Praxis entrichtet werden. Sie erhalten dafür eine entsprechende Quittung. Da psychologische Psychotherapeuten nicht überweisen dürfen, genügt die Vorlage dieser Quittung, um im gleichen Quartal nicht nochmals die Gebühr bezahlen zu müssen, wenn sie noch einen Arzt aufsuchen. Lassen sie sich da von uninformierten Sprechstundenhilfen nichts erzählen. Nur die Zahnärzte müssen laut Gesetzgeber nochmals separat die Praxisgebühr einziehen.

Darf ich Probestunden in Anspruch nehmen?

Ja. In aller Regel übernimmt die Krankenkasse zunächst die Kosten für 5 probatorische Sitzungen; das heißt, Sie haben die Gelegenheit, 5 Sitzungen lang zu überprüfen, ob Sie sich hier auch wohlfühlen und sich von diesem Behandlungskonzept den gewünschten Erfolg versprechen. Eine wesentliche Grundlage einer guten Psychotherapie ist es, wenn Therapeut und Klient sich gut verstehen und einander respektieren können.

Wie viele Stunden zahlt meine Krankenkasse?

Therapiestunden müssen erst beantragt werden. Dazu muss ein entsprechender Antrag ausgefüllt und unterschrieben werden. Zusätzlich muss noch ein ärztlicher Konsiliarbericht vorliegen. Dies kann von Ihrem Hausarzt gemacht werden. Dieser Bericht dient der somatischen Abklärung der Symptomatik. Meistens wird als erstes eine Kurzzeittherapie (KZT) beantragt, die 25 Stunden umfasst. Je nach Bedarf kann diese in eine Langzeittherapie (LZT) umgewandelt werden, dies sind nochmals weitere 20 Stunden. Diese kann nochmals verlängert werden um weitere 15 Stunden. Unter besonderen Umständen (etwa dem Eintreten eines neuen Ereignisses oder einer neuen Thematik) kann die Therapie noch ein zweites Mal letztmalig um weitere 20 Stunden verlängert werden. Das Maximum, das die Krankenkassen bezahlen, umfasst also 80 Stunden.

Bezahlt meine Krankenkasse die Therapie auf jeden Fall?

Nein, es gibt Ausnahmen. Sie dürfen z.B. nicht zwei Therapien parallel machen. Bezahlt wird nur eine, ganz davon abgesehen, dass dies therapeutisch auch nicht zweckmäßig ist. Auch wird eine Therapie eventuell nicht bewilligt, wenn sie schon mal eine Therapie gemacht haben, deren Ende weniger als 2 Jahre zurückliegt. Es ist allerdings möglich, einen entsprechenden Antrag besonders zu begründen. Ich habe damit oft Erfolg. Bei der Bewilligung einer LZT geht ein anonymisierter Bericht an einen unabhängigen Gutachter, der die therapeutische Maßnahme erst befürworten muss. Es besteht also ein (eher geringes) Risiko, dass eine längere Therapie nicht befürwortet wird. Dies ist dann der Fall, wenn ein Bericht schlampig gemacht wird (kommt bei mir nicht vor!), oder aber der Gutachter aufgrund persönlicher Meinung oder Ressentiments Psychotherapie bei bestimmten Störungen nicht für praktikabel hält. Sollten Sie bereits Stunden in Anspruch nehmen, bevor eine schriftliche Bestätigung der Kostenübernahme vorliegt, so tun Sie dies auf eigenes Risiko, das heißt, dass Sie die Stunden selbst bezahlen müssen, wenn die Krankenkasse wider Erwarten die Kosten nicht übernimmt. Die Kosten für privat zu zahlende Sitzungen betragen € 100,55 pro Therapiestunde.

Wann beginnt eine Therapiestunde?

Jede Therapiestunde dauert ca. 50 Minuten. Ich beginne die Stunden immer cum tempore, d.h. 10 Minuten nach der vollen Stunde. Es kann aber gelegentlich zu Verschiebungen kommen, etwa, wenn aufgrund eines wichtigen oder dramatischen Themas eine vorhergehende Therapiestunde nicht pünktlich beendet werden kann, oder aber ein Notfall auftritt, für den akut Zeit benötigt wird. Bedenken Sie aber, dass dies auch für Sie gilt, wenn Sie ein besonderes Problem auf dem Herzen haben, das nicht exakt mit dem Gongschlag erledigt ist; auch dann bin ich gerne bereit, die Stunde für Sie zu überziehen, wenn dies angemessen ist. Sollten Sie also einmal etwas warten müssen, hat dies immer ernsthafte therapeutische Gründe.

Wie lange dauert eine Psychotherapie überhaupt?

Dies kann man leider nicht pauschal beantworten. Die Dauer einer Psychotherapie richtet sich nach vielen Faktoren, etwa der Symptomatik, der Dynamik, aus der die zu behandelnden Probleme entstehen, der Persönlichkeit des Patienten und danach, inwieweit sie mitarbeiten. All dies kann nur individuell abgeklärt werden.

Ab wann kann ich mit Besserungen rechnen?

Kommt darauf an. Es gibt Probleme, die sich womöglich rasch lösen lassen, wie etwa objektgebundene Phobien. Generell aber gilt: Gut Ding will Weile haben. Ich selbst bin eher ungeduldig veranlagt, deshalb will ich, dass es den Menschen, die sich mir anvertrauen, so schnell wie möglich wieder gut geht. Andererseits lehne ich jede Psycho-Kosmetik amerikanischer Prägung (so bald als möglich das "Keep Smiling" wieder auf die Gesichter) ab, weil viele Kurztherapien viel zu oberflächlich sind und die Heilungserfolge keine Dauer haben. Das heißt, ich habe den Anspruch, dass die Therapie, die sie bei mir machen, auch nachhaltig wirkt, dass also die Wurzel des Übels konsequent so angegangen wird, dass sie in Zukunft keine Psychotherapie mehr brauchen. In aller Regel sollten sie nach spätestens 6 Monaten deutliche Besserungen bemerken.

Diese Praxis bietet lauter Verfahren an, die über eine normale Therapie hinausgehen. Warum?

Ich habe eine Reihe von Spezialgebieten, mit denen man intensiver arbeiten kann als in den herkömmlichen Psychotherapien, in erster Linie Hypnotherapie, systemische Therapie und Primärtherapie. Das Wissen daraus fließt freilich auch in die Einzelstunden ein, vor allem aber veranstalte ich Wochenseminare. Der Grund für diese, auch für mich als Therapeuten sehr anstrengenden Kurse ist einfach: Man kann Probleme besser, nachhaltiger und schneller lösen als mit den herkömmlichen Verfahren. Kurz: Alles geht schneller, besser, wirkt dauerhafter. In der Psychotherapie ist es etwas ähnlich wie bei der Medizin: Die Schulmedizin kann zwar Großes leisten, hat auch sehr viel engere Grenzen und Möglichkeiten, als dies verbreitet wird. Daher haben alternative Heilverfahren wie Homöopathie, Akupunktur und Naturheilkunde wichtige Lücken schließen können. Auch die übliche, von den Kassen bezahlte Verhaltenstherapie hat leider recht enge Grenzen. Eine Erweiterung der therapeutischen Möglichkeiten ist daher äußerst zweckmäßig, und, nach meiner Ansicht, geradezu unerlässlich. Da ist die Hypnotherapie nach Milton H. Erickson, die eines der erfolgreichsten Therapieverfahren überhaupt geworden ist, besonders in den USA, sowie die daraus hervorgegangenen Methoden des NLP und der Kurztherapie nach Steve DeShazer. Wichtige Ergänzungen liefern die traumatherapeutischen Ansätze der Energetischen Therapie nach Gallo und des EMDR nach Shapiro. Bedeutende therapeutische Möglichkeiten und Erkenntnisse lieferte die Systemische Therapie, insbesondere die Arbeiten von Virginia Satir, Salvador Minuchin und Ivan Boszormenyi-Nagy, aber auch der Mailänder Schule von Mara Selvini-Palazzoli und die Heidelberger Schule in Deutschland. Besonders bahnbrechende, wenn auch durchaus umstrittene Neuerungen erfuhr sie durch Deutschland derzeit bekanntesten Therapeuten, Bert Hellinger. Sein Ansatz ist aber auch entwickelt aus der intensiven Primärtherapie von Arthur Janov, die ebenfalls durch diese Praxis angeboten wird. All diese Verfahren gehören zum wirkungsvollsten, das ich bisher kennengelernt habe, und zählen zweifellos zu den intensivsten Verfahren, die die Therapielandschaft zu bieten hat.

Werden die Seminare von den Krankenkassen übernommen?

Nein. Krankenkassen zahlen nur Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Therapie und Psychoanalyse. Der Grund dafür liegt vor allem daran, dass viele Therapieverfahren noch zu jung sind, als dass ihr Erfolg wissenschaftlich untersucht werden könnte. Gute Verfahren haben aber seit jeher schon gewirkt, bevor man sie überprüft hat. Das Problem ist, dass psychotherapeutischer Erfolg nur schwer messbar und kaum quantifizierbar (d.h.: durch Zahlen formulierbar) ist, zumal die unspezifischen Faktoren (etwa die Persönlichkeit des Therapeuten, freundliche, liebevolle Atmosphäre in den Sitzungen, etc.) einen mindestens ebensogroßen Faktor für den Erfolg darstellen wie die therapeutische Technik. Verhaltentherapie wird letztendlich nur deshalb mittlerweile bezahlt, weil die Wirksamkeit ihrer Techniken durch zahlreiche Experimente mehrfach bestätigt werden konnte. Die Psychoanalyse dagegen ist bisher kaum auf Wirksamkeit untersucht worden; sie wird vor allem deshalb bezahlt, weil es sie schon so lange gibt und die Analytiker eine entsprechende Wirtschaftslobby stellen.

© Andreas Steiner 2007